Benko kauft Schlössle in Oberlech!

by Benjamin Skardarasy on 15. März 2011

Lech prüft nun Schritte gegen Schlössle-Verkauf

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René Benko hat „Schlössle“ gekauft – Gemeinde Lech sieht sich ausgebremst.
LECH. Der Tiroler Erfolgsinvestor René Benko (33) hat den Poker um den Oberlecher 3-Sterne-Gasthof „Schlössle“ gewonnen. Das geht aus entsprechenden Eintragungen im Firmenbuch hervor. Schon Anfang Februar berichteten die VN vom Interesse des Jung-Tycoons an der Immobilie. „Ich bin gerne in Lech“, sagte René Benko den VN vielsagend, nähere Stellungnahmen lehnte er ab. Es gibt einen persönlichen Bezug zum Arlberg: Benko hatte vor einem Jahr unter anderem die Tage nach seiner Hochzeit in Lech verbracht.
Luxushotel im Chalet-Stil
Nun soll das Haus abgerissen und im Chalet-Stil ein von Stararchitekten geplantes Luxushotel gebaut werden. Baubehörde ist die Bludenzer Bezirkshauptmannschaft. Über den Investitionsrahmen war nichts zu erfahren. Wenn man jedoch davon ausgeht, dass beim Bau des Luxustempels Aurelio durch den russischen Aluminium-Oligar-
chen Oleg Deri-
paska 50 Millionen Euro investiert wurden, ist die Größenordnung der Investition klar. Auch der Verkaufspreis soll ein Geheimnis bleiben, es wurde Stillschweigen vereinbart. Dem Vernehmen nach sollen aber bis zu 10 Millionen Euro für die Firmenanteile bezahlt worden sein. Die VN erreichten gestern die bisherige Geschäftsführerin und Verkäufer-Vertreterin Sonja Muxel. Sie bestätigte den Verkauf, wollte sich aber nicht weiter zum Thema äußern.
Das sagt das Firmenbuch
Die Firmen im Hintergrund des Lecher Schlössles wurden laut Büchern eigens für diese Transaktion gegründet. Neue Eigentümer der Lecher Muxel Berggasthof GmbH sind seit 15. Februar 2011 die Laura Chloris GmbH (75 %, gehört Rene Benko) und die Laura Chronos GmbH (25 %, gehört der Schertler Holding). Bei beiden Gesellschaften ist Dr. Marcus Mühlberger, Benkos Finanzvorstand, als Geschäftsführer eingesetzt. Wie die ungewöhnlichen Firmennamen zustande kommen? Auch hier eine persönliche Note Benkos: Seine Tochter aus erster Ehe heißt Laura.

Gemeinde überrascht
Die Neuigkeiten zum Verkauf des „Schlössle“ haben die Gemeinde Lech überrascht. Vizebürgermeister Stefan Schneider kündigte die Prüfung von rechtlichen Schritten an: „Schließlich hat die Gemeinde Lech ein Vorkaufsrecht. Jetzt, wo der Verkauf offenbar verbüchert ist, müssen wir das in der Gemeindevertretung besprechen.“ Schließlich sei man von Verkäuferseite nicht gefragt worden, habe auch gar kein Kaufangebot erhalten. „Lediglich die Gerüchtebörse brodelt im Ort, wir konnten immer nur aufgrund von Gerüchten reagieren“, sagt der Vizebürgermeister den VN. Bürgermeister Ludwig Muxel äußert sich wegen Befangenheit bekanntlich nicht zum Verkauf, immerhin ist der Schlössle-Verkäufer Josef Muxel ein Cousin.
Die Frage nach dem Vorkaufsrecht ist heikel. Laut Firmen- und Grundbuch wurde lediglich die Eigentümerfirma des Grundstücks in Oberlech verkauft – und nicht das Grundstück selbst. Die Gemeinde Lech hat ein im Grundbuch eingetragenes Vorkaufsrecht (allerdings eben nur, wenn das Grundstück verkauft wird).

Quelle: Vorarlberger Nachrichten 15. März 2011

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